Jonas Baumann zu Gast im Septembermeeting 2026

Rückblick: Saisonauftakt nach der Sommerpause mit Skilanglauf-Aushängeschild Jonas Baumann

Am Donnerstag, den 3. September, startete der Panathlon Club Chur und Umgebung im Vereinslokal Hotel Sternen mit einem echten Highlight in die neue Club-Saison nach der Sommerpause. Im Mittelpunkt des traditionellen Monatsmeetings stand ein bekannter Name des Schweizer Wintersports: Jonas Baumann.

Nach der sommerlichen Pause trafen sich die Clubmitglieder zahlreich im Hotel Sternen, um bei diesem hochkarätigen Vereinsabend den Fokus auf den regionalen Spitzensport und dessen Wurzeln zu legen. Unser Präsident führte persönlich durch den Abend und übernahm die Moderation des Podiumsgesprächs.

 
Jonas Baumann beim Referat
..mit Silvio Basegia Präsident
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Von Lohn an die Weltspitze

Im Zentrum des Abends stand das äusserst offene und persönliche Gespräch mit Jonas Baumann. Der aus dem Bündnerdorf Lohn stammende, ehemalige Skilangläufer blickte auf seine Karriere zurück, die er im März 2025 nach 16 intensiven Weltcup-Saisons und drei Olympiateilnahmen beim Weltcup-Finale in Lahti beendet hatte.

Ein besonders emotionaler Aspekt des Abends schlug die Brücke zur Nachwuchsförderung und den Wurzeln des Clubs: Bereits im Jahr 2010 wurde Jonas Baumann mit dem Sportförderpreis des Panathlon Clubs Chur ausgezeichnet. Im Gespräch mit dem Präsidenten blickte er darauf zurück, wie wichtig diese frühe Unterstützung auf seinem langen Weg von Lohn bis in den A-Kader von Swiss-Ski und an die Weltspitze war. Dabei strich er eindrücklich hervor, dass Skilanglauf zwar vordergründig ein Einzelsport ist, der Erfolg am Tag X jedoch nur durch einen starken Teamspirit und die zahlreichen Menschen im Hintergrund möglich wird.

Offenheit bei Rückschlägen und die Parallelen zum Alltag
Sehr berührend und tiefgründig wurde es, als Baumann über seinen grössten Karriere-Rückschlag im Jahr 2017 sprach, als er an einer Leistungsdepression erkrankte. Er schilderte, wie der Weg zurück nur mit professioneller und persönlicher Hilfe von aussen gelingen konnte. Er betonte, dass er mit diesem Thema stets offen umgegangen ist und hier Parallelen zum Privatleben sieht: Immer mehr Menschen geraten an ihre psychologischen Grenzen. Seine Botschaft an das Publikum war ein wichtiges Anliegen: Man soll Warnsignale ernst nehmen und frühzeitig ins Handeln kommen.

Rückblickend beschrieb er den Spitzensport als einen ständigen „Akt auf Messerschneide“ zwischen optimalem Trainingsumfang und dem Ausreizen der eigenen Grenzen – und merkte selbstkritisch an, dass er in seiner Laufbahn wohl etwas zu oft krank gewesen sei, um ganz an der absoluten Weltspitze mitzumischen. Trotzdem überwiegt bei ihm vor allem eins: tiefe Dankbarkeit. Für ihn ging es nie nur ums Gewinnen, sondern um den Kindheitstraum, einmal im Weltcup zu starten. Dass daraus letztlich 16 Saisons auf höchster Stufe wurden, macht ihn heute zu Recht stolz.

Blick nach vorn: Zwischen Familie, Davos und Trailrunning
Auf die Frage, was er heute vermisse, gab er sich gewohnt ehrlich: Die Kameradschaft unter den Athleten und die emotionalen Rennmomente fehlen ihm. Das ständige Reisen und die ungelegenen Dopingkontrollen vermisst er hingegen keineswegs.

Der Sport bleibt ein wichtiger Begleiter in seinem Leben, auch wenn die reine Bewegung für ihn inzwischen eher nebensächlich geworden ist. Heute steht er mitten im Berufs- und Familienleben – die Zeit mit seiner Familie bereitet ihm derzeit die größte Freude. Beruflich ist er hochengagiert: Seine Projekte bei Swiss-Ski in der Führung des Leistungszentrums in Davos sowie sein Engagement bei Zenit im Bereich Trailrunning spiegeln seine ungebrochene Leidenschaft für den Sport wider.

Nach dem offiziellen Talk im Hotel Sternen nutzten die anwesenden Mitglieder die Gelegenheit für eigene Fragen an den Gast, gefolgt von einem regen und gemütlichen Austausch beim anschliessenden Abendessen.

Ein rundum gelungener Auftakt nach der Sommerpause, der einmal mehr zeigte, wie wertvoll gezielte Sportförderung für die Jugend unserer Region ist – und was für ein aussergewöhnlicher Mensch und Vorbild aus unserem Nachwuchs hervorgegangen ist.
(Bericht Silvio Baselgia)


            
                                                   
 
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